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Kreiskonferenz in Erzhausen

Festakt 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Paulskirche

Viele Teilnehmer aus Darmstadt-Dieburg waren dabei

Zu einem Festakt 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Deutschland hatte die AWO Hessen am letzten Samstag (16.) in die Paulkirche in Frankfurt eingeladen. Viel Prominenz aus Politik und Sozialverbänden, sowie viele AWO-Mitglieder, waren der Einladung gefolgt, um an dieser historischen Stätte das Jubiläum der AWO feierlich zu begehen. Auch aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, allen voran Kreisvorsitzender Horst Baier (Pfungstadt), waren zahlreiche Besucher gekommen. Allein vom AWO-Ortsverein Groß-Umstadt waren zehn Mitglieder dabei, unter Ihnen der Bundestagsabgeordnete Dr. Jens Zimmermann und die Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück. Aber auch aus anderen Kommunen wie Dieburg und Mühltal sah man bekannte Gesichter.

Tim Frühling vom Hessischen Rundfunk als Moderator der Veranstaltung begrüßte zunächst den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt Peter Feldmann. Dieser überbrachte die Glückwünsche der Stadt und fand viele lobende Worte für die Arbeit der AWO besonders in Hessen und Frankfurt. Weitere Grußworte sprachen Wilhelm Jost, Vorsitzender der AWO Hessen-Süd sowie Doris Bischoff, Vorsitzende der AWO Nordhessen. Es folgte die Politik mit Heike Hofmann, Vizepräsidentin des Hessischen Landtags und Nancy Faeser, SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende in Hessen. Beide betonten, dass sie selbst auch langjährige Mitglieder der AWO seien. Anne Janz, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, überbrachte die Grüße der Landesregierung und des Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Sie betonte, dass die AWO als einer der größten Wohlfahrtsverbände ein wichtiger Partner des Sozialministeriums sei.

Alle Redner gingen natürlich kurz auf die Geschichte der AWO und deren Gründung im Jahre 1919, also kurz nach dem 1.Weltkrieg, ein. Die Bedeutung der Gründerin und Sozialdemokratin Marie Juchacz auch in der Frauenpolitik wurde immer wieder hervorgehoben. War sie doch die erste Frau , die nach Einführung des Frauenwahlrechts, in einem deutschen Parlament eine Rede hielt. Prof. Dr. Jürgen Mittag, Leiter des Forschungs- und Buchprojekts „Geschichte der AWO“, ging danach in seinem Vortrag nochmal ausführlicher auf die Geschichte und den Werdegang der AWO in Deutschland ein, die während der Nazi-Diktatur von 1933 bis 1945 verboten war. Danach gründeten sich an der Basis schnell wieder Ortsgruppen bis schließlich in Westdeutschland die AWO wieder als einheitlicher Wohlfahrtsverband auftrat und auch formell als Nachfolgeorganisation anerkannt wurde. Heute ist die AWO ein Wohlfahrtsverband mit über 300.000 Mitgliedern und vielen ehrenamtlich Tätigen, aber auch ein professioneller Dienstleister im Sozialbereich mit etwa 220.000 Beschäftigten. Das Buch von Prof. Mittag „Geschichte der AWO“ wird übrigens ab 13.Dezember, dem offiziellen Gründungstag der AWO verfügbar sein.

Seinen Abschluss fand die Jubiläumsfeier dann im Wandelgang der Paulskirche mit einem Sektempfang, wo Gelegenheit bestand, sich mit alten Bekannten aus den AWO-Organisationen zu unterhalten und auszutauschen.