AWO family gGmbH

Was ist die AWO

Wer oder was ist eigentlich die AWO?
Neulich in Semd …

Neulich in Semd: Für 2 Tage steht das AWO Spielmobil wieder vor der TV Halle. Gegen 10 Uhr kommt eine junge Frau, nennen wir sie Manuela, um ihre Tochter zu bringen, die den Tag hier mit viel Spiel und Spaß gemeinsam mit vielen anderen Kindern verbringen will. Hier trifft sie auch den Vorsitzenden des AWO Ortsvereins Groß-Umstadt, Horst Schneberger, der an diesem Tage Dienst tut, um die Kinder mit zu betreuen.

Sie kommen ins Gespräch:
Manuela: Warum macht die AWO das eigentlich? Jedes Jahr mit dem Spielmobil durch die Stadtteile touren, das ist doch sicher viel Arbeit.

Horst: Das stimmt, aber wir machen es gerne. Vor 7 Jahren hatten AWO-Mitglieder in Groß-Umstadt die Idee, ergänzend zu den Ferienspielen der Stadt ‚mini-Umstadt‘, den Kindern in den Stadtteilen „vor der Haustür“ ein Angebot zu machen. Dazu wollten wir das Spielmobil, das die AWO auf Bezirksebene besaß, für 2 Wochen ausleihen um den Kindern eine sinnvolle Feriengestaltung anzubieten. Mit dieser Idee sind wir zur städtischen Jugendförderung gegangen und haben gefragt, ob sie diese Aktion unterstützen würden. Dort war man begeistert von der Idee. Und von Beginn an hat sich Jugendpfleger Gunter Reimann mit einem Team von 5 Betreuer*innen beteiligt und den Kindern viel Spaß geboten.
Oberstes Ziel der Spielmobil-Arbeit ist es, Defizite an Spielgelegenheiten und –ideen auszugleichen und die damit verbundenen Erfahrungen auszutauschen. Den Kindern soll Freiraum, also Raum zum Spielen gegeben werden.

Dazu gehören viele Teilziele wie:
Anregen schöpferischer Eigentätigkeit und kreative individuelle Fähigkeiten ausschöpfen helfen. Im motorischen Bereich dem Spiel- und Bewegungsbedürfnis entgegenkommen, Freude an körperlicher Betätigung vermitteln. Und im sozialen Bereich soziales Lernen ermöglichen und unterstützen, z.B. Bestätigung und Anerkennung vermitteln sowie Gemeinschaftssinn und Verantwortungsbereitschaft fördern usw.

Manuela: Ich finde das toll, was ihr macht und unsere Kinder auch. Aber mal unter uns gesagt, wer weiß eigentlich, was die ‚Arbeiterwohlfahrt‘ ist? Ist das heute nicht ein ziemlich antiquierter Name?

Horst: Tatsächlich hat man sich auch in der Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO, schon Gedanken darüber gemacht, ob man den Namen nicht modernisieren sollte. Man ist aber doch dabei geblieben, weil der Name historisch ist und  über die Jahrzehnte zu einem Markennamen geworden ist. Dazu muss man wissen, dass die AWO inzwischen fast 100 Jahre alt ist. Sie wurde 1919, also kurz nach dem 1.Weltkrieg, von sozialdemokratischen Frauen gegründet. Auf Basis der Werte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit – wie auch in der SPD – wollte man Solidarität zeigen, um der notleidenden Bevölkerung, insbesondere der Arbeiterschaft, Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Also kümmerte man sich um Kinder und Jugendliche, die teilweise entwurzelt waren, gründete Suppenküchen, um dem Hunger zu begegnen und richtete Nähstuben ein.

Manuela: Aber inzwischen hat sich die Gesellschaft in Deutschland doch völlig gewandelt, auch wenn es selbst heute noch notleidende Menschen gibt.

Horst: Ja, auch die AWO hat sich natürlich verändert. Aber immer noch arbeitet die AWO mit ehrenamtlichem Engagement und andererseits mit professionellen Dienstleistungen für eine sozial gerechte Gesellschaft. Die AWO ist aktuell einer der größten Wohlfahrtsverbände mit etwa 350.000 Mitgliedern, der sich, wie in solchen Organisationen üblich, in Landes- bzw. Bezirksverbände, Kreisverbände und die Ortsvereine in den Kommunen gliedert. Hier wird viel ehrenamtliche soziale Arbeit geleistet.

Manuela: Jetzt war ja zu lesen, dass die AWO die Schulkinderbetreuung an Groß-Umstädter Grundschulen übernommen hat. Wird das denn auch ehrenamtlich gemacht?

Horst: Nein, das wäre zu viel. Dafür braucht man auch pädagogische Fachkräfte. Neben der Mitgliederorganisation ist die AWO aber auch ein professionelles Sozialunternehmen mit bundesweit 165.000 Mitarbeitenden in etwa 14.000 sozialen Einrichtungen. Beispiel dafür ist die ‚AWO Soziale Dienste gGmbH‘ mit Sitz in Frankfurt, deren Aufgabe die Betreuung von Kindern und Jugendlichen ist. Sie wird auch mit professionellen Kräften eine gute Betreuung der Schüler/innen in Groß-Umstadt gewährleisten. Ein anderes Beispiel ist die AWOfamily gGmbH auf Kreisebene, die etwa 14 Kita’s und Krippen im Landkreis im Auftrag der Kommunen betreibt. Ihr gehört übrigens inzwischen auch das Spielmobil, dass wir dort ausleihen.
Es gibt noch viele weitere Bereiche wie Senioren, Behinderte oder Flüchtlinge, in denen die AWO aktiv ist. Aber das kann jeder, der sich dafür interessiert, im Internet nachlesen. Als modernes Unternehmen hat natürlich auch die AWO auf Bundes-, Bezirks- und Kreisebene (www.awo-dadi.de) ihren Internetauftritt.

Manuela: Danke. Das hört sich gut und spannend an.

Nachlese: Inzwischen ist Manuela Mitglied der AWO geworden. Sie zahlt dafür einen Monatsbeitrag von 4 Euro als Familienbeitrag. Damit können auch die Familienangehörigen Mitglied sein. Ihre Tochter Lena wird in den Herbstferien an einer Kinderfreizeit des AWO Jugendwerks teilnehmen und vom 22.10. – 29.10.2016 Reiterferien auf einem Bauernhof machen. Manuela will die Arbeit des Ortsvereins unterstützen und nächstes Jahr auch einige Tage an der AWO Spielmobil Aktion teilnehmen.

Zusammen mit ihrem Mann Robert wird sie am 19.Okt. einen Infoabend des AWO Ortsvereins in der Stadthalle zum Thema „ Wie schreibe ich ein Testament?“ besuchen, weil sie es für wichtig hält, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Und für den Hessischen Abend mit „Handkäs und Musik“ im Seniorenheim ‚Weinbergblick‘, den die AWO gemeinsam mit der Gersprenz gGmbH wieder für den 9.Okt. vorbereitet, wird Manuela eine große Portion selbstgemachten Kochkäse beisteuern.

Vielen Dank, Manuela.