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Kompass, was ist das?

Für Sie gelesen:                                                                

KOMPASS, was ist das?

 
In Dieburg, im Pater-Delp-Haus, treffen sich Mitbürgerinnen und Mitbürger, die es besonders schwer haben, einen Arbeitsplatz zu finden. Der Treff heißt: KOMPASS- Arbeitslosen-Treff- Dieburg, beim Caritasverband Darmstadt, Außenstelle Dieburg, Steinstraße 5.
 
Der KOMPASS-Treff schafft Zeit und Raum, persönliche Anliegen zu besprechen und nach Möglichkeiten der Hilfestellung zu suchen.
 
Der AWO-Kreisverband Darmstadt-Dieburg, VdK, DGB, ev.Dekanat Vorderer Odenwald und die örtlichen kath. Und ev. Kirchengemeinden unterstützen diese segensreiche Initiative.
Mit großem Interesse haben wir die Wünsche der KOMPASS-Besucher an die neue Bundesregierung gehört und gelesen.
 
Die Positionen der AWO wurden in diesem Magazin bereits veröffentlicht. Über den KOMPASS haben wir die Vorschläge der CARITAS erhalten und gelesen. Diese Vorschläge decken sich mit den Vorschlägen und Bitten nahezu aller Sozialverbände und sind es wert, auch von Ihnen gelesen zu werden.
 
Vorschläge der Caritas

Damit Langzeitarbeitslose wieder arbeiten können

Wer über längere Zeit arbeitslos ist, verliert den Anschluss ans Berufsleben. Gesundheitliche und psychische Probleme machen diese Menschen unattraktiv für Betriebe. Deshalb brauchen sie eine spezielle Förderung, denn auch sie wollen arbeiten. Die Caritas liefert sieben Ideen, wie das gelingen kann und was die Politik tun muss.
Die Bundesregierung hat die Förderung von Langzeitarbeitslosen zurückgefahren. Das muss sich ändern, finden Caritas und IDA (Integration durch Arbeit).Foto: Caritas/IDA
Die Bundesregierung fördert arbeitsmarktferne langzeitarbeitslose Menschen nicht ausreichend. Sie hat die Mittel zur beruflichen Eingliederung massiv gekürzt. Seit Einführung der Grundsicherung für Arbeitssuchende im Jahr 2005 sind etwa 500.000 Menschen, die Grundsicherung beziehen, dauerhaft arbeitslos.
Diese Menschen haben heute kaum noch eine Chance am Arbeitsmarkt. Nur jeder zehnte Langzeitarbeitslose erhält ein Förderangebot zur beruflichen Eingliederung. Das führt häufig zu sozialer Ausgrenzung und Isolation. Die Folgen für die Menschen und ihre Familien sind fatal.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Integration durch Arbeit (IDA) und der Deutsche Caritasverband machten deshalb im Vorfeld der Bundestagswahl Vorschläge, wie Langzeitarbeitslosen besser geholfen werden kann. Jedem sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich entsprechend seiner Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen.

Vorschläge zur besseren Unterstützung von Langzeitarbeitslosen

  • Viele Menschen sind seit zwei und mehr Jahren arbeitslos. Kommen dazu noch weitere Probleme, wie gesundheitliche Einschränkungen oder Überschuldung, wird eine Integration in den Arbeitsmarkt zusätzlich erschwert. Die Integration dieser Gruppe der arbeitsmarktfernen Menschen muss politisch in den Fokus genommen werden.
  • Die soziale Teilhabe und die Teilhabe am Arbeitsleben müssen Ziele der Grundsicherung für Arbeitssuchende werden. Zusätzlich sollte es einen Rechtsanspruch auf Leistungen zur sozialen Integration, wie Schuldnerberatung und Suchtberatung, geben.
  • Jobcenter müssen Anreize bekommen, Integrationsfortschritte von arbeitsmarktfernen Menschen zu befördern. Dazu gehört auch die Anerkennung der sozialen und gesundheitlichen Stabilisierung als Integrationsfortschritt. Hierzu muss auch eine verbindliche Verknüpfung der vereinbarten Ziele mit Finanzmitteln erfolgen.
  • Arbeitsmarktferne Menschen lassen sich nicht von heute auf morgen eingliedern. Für sie muss eine mehrjährige Eingliederungsstrategie entwickelt werden. Die finanziellen Mittel hierfür müssen von den Jobcentern über mehrere Jahre verplant werden können.
  • Eine Integration dieser arbeitsmarktfernen Menschen in reguläre Arbeit gelingt nur, wenn die Beschäftigten und ihre Arbeitgeber im Rahmen dieser öffentlich geförderten Beschäftigung Begleitpersonen zur Seite gestellt bekommen. Sozialarbeiter können ihnen helfen, die spezifischen Probleme bei der Eingliederung zu bewältigen.
  • Für die Menschen, die den Anforderungen an ein reguläres Arbeitsverhältnis nicht gewachsen sind, schlagen wir die Einführung von sogenannten "Integrationsjobs" vor. Sie dienen besonders arbeitsmarktfernen Menschen als niedrigschwellige Arbeits- und Teilhabeangebote. Integrationsjobs sind wegen der arbeitsmarktfernen Zielgruppe schon von sich aus nicht wettbewerbsverzerrend und verdrängen keine reguläre Arbeit. Die Tätigkeitsfelder sollten im lokalen Konsens der Arbeitsmarktakteure gefunden werden. Für die Tätigkeit wird neben der Grundsicherung eine Mehraufwandentschädigung gezahlt.
  • Wir fordern ferner die Erprobung von neuen Wegen für die wirkungsvolle Integration dieser Zielgruppe. Wir schlagen hierzu das Modellprojekt "sozialer Beschäftigungsbetrieb” vor.
Die Wahl ist gelaufen und die neue Regierung kann helfen.
Langzeitarbeitslose wollen arbeiten. Sie benötigen unsere Hilfe, um sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.
Unterstützen Sie den KOMPASS und die Sozialverbände bei ihren Aktionen für die „Schwachen“  in unserer Gesellschaft, damit sie stark werden.

Viele Grüße
Ihr günter a. christ