AWO family gGmbH

19.07.2013


Der Kreisvorstand der AWO Darmstadt-Dieburg informiert:

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Aufstocker ohne Chance:  AWO mahnt Arbeitsmarktreformen an

Berlin, 19. Juli 2013. „Nur ein Mindestlohn von 8,50 Euro bietet vielen der rund 1,3 Millionen so genannten Aufstockern die Chance, ohne zusätzliches Geld vom Amt auszukommen“, betont der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Die AWO bezieht sich auf eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, nach der sich die meisten der rund 1,3 Millionen Aufstocker kaum Hoffnungen auf einen Ausstieg aus dem SGB-II-Leistungsbezug machen könnten.
Schuld daran seien vor allem Dumpinglöhne. Für die AWO zeigt sich damit einmal mehr, dass Reformen am Arbeitsmarkt überfällig sind:
 „Wir können nicht achselzuckend hinnehmen, dass eine so große Zahl von berufstätigen Menschen von ihrem Lohn nicht leben können.“
Die AWO mahnt dringende Arbeitsmarktreformen an. Neben dem Mindestlohn von 8,50 Euro und der Eindämmung der prekären Beschäftigung sieht die AWO vor allem in der konsequenten Begrenzung von Minijobs eine Möglichkeit für armutsfeste Löhne:
„Die Politik ist gefordert, die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zu unterstützen und den Niedriglohnbereich stärker zu begrenzen.”
Dies müsste durch eine sinnvolle Familienpolitik flankiert werden, die zum Beispiel eine regelmäßige Berufstätigkeit überhaupt erst ermögliche. Eine ausreichende und qualitativ hochwertige Versorgung mit Kinderbetreuungsplätzen - eine Kernforderung der AWO – ist dafür eine wichtige Voraussetzung.
Zwar verweise der Bericht  des Nürnberger Instituts zu Recht auf die Heterogenität der Aufstocker und ihrer Lebensumstände, dennoch gebe er einige deutliche Hinweise darauf, was geändert werden müsse.
So erhalte rund die Hälfte der Aufstocker in Ostdeutschland Löhne von unter fünf Euro pro Stunde. Insgesamt errechnet das Nürnberger Institut einen durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Aufstocker von 6,20 Euro.
Für die AWO zeige sich an dieser Stelle einmal mehr, dass in Deutschland Lohndumping betrieben wird – auf Kosten der betroffenen Menschen aber natürlich auch auf Kosten der Steuerzahler, die die ergänzenden Leistungen finanzieren müssen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 

Familienförderung muss gerechter werden!

Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordert weiterhin ein gerechtes und transparentes familienpolitisches Gesamtkonzept
Berlin, 20.06.2013 Die Bundesregierung hat einen politischen Bericht zur  Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen veröffentlicht. Für die Bundesregierung wirken die vielfältigen Leistungen gut, dies sei das Ergebnis der Evaluation.
Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG stellt fest: Von den 200 Mrd. Euro die der Staat ausgibt,  kann nur gut ein Viertel als wirkliche Familienförderung betrachtet werden. Mit drei Viertel der Summe unterstützt der Staat Familien mit Kindern nicht zielgerichtet, da viele Leistungen sozial ungerecht, intransparent und viel zu bürokratisch behandelt werde. Der Förderdschungel muss so gelichtet werden, dass in Zukunft keine soziale Schieflage entsteht. Dabei dürfen Geldtransfers und der Ausbau flächendeckender Kinderbetreuung nicht gegeneinander ausgespielt werden: Familien und Kinder brauchen beides.
Bei höheren Freibeträgen - wie die Bundesregierung sie fordert – bliebe die soziale Ungerechtigkeit weiter bestehen. Aufmerksamkeit und Zuwendung für Kinder kompensieren nicht die ökonomische Situation, wie die Ministerin den anwesenden Vertretern weismachen wollte. Gerade arme Kinder benötigen auch höhere Geldtransfers.
 Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG setzt sich daher für eine sozial gerechte Kindergrundsicherung von 536 Euro pro Monat ein, die sich am steuerlichen Existenzminimum orientiert. Durch die Besteuerung schmilzt die Kindergrundsicherung je nach Einkommen der Eltern langsam ab. Familien mit keinem oder nur geringen Einkommen erhalten so mehr Geld, das für die Versorgung der Kinder nötig ist.
Im Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordern acht Verbände und zehn Wissenschaftler/innen seit 2009 einen Paradigmenwechsel bei der Familienförderung (www.kinderarmut-hat-folgen.de).
 
günter a. christ
Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Darmstadt-Dieburg