AWO family gGmbH

Bedürfnisse

Bedürfnisse der Menschen unter einem Dach vereinen
AWO will in Roßdorf Angebotspalette erweitern / Kritik an Ausbildungsreform für Altenpflege
 

AWO-Betriebsleiter Ekkehard Steinfeld (links) stellte Dr. Jens Zimmermann MdB und Bürgermeisterin Christel Sprößler die AWO Seniorenwohnanlage in Roßdorf vor. (Foto: Swen Klingelhöfer)


V.l.n.r.: AWO-Betriebsleiter Ekkehard Steinfeld, AWO-Fachbereichsleiterin Senioren Saadet Sen, Dr. Jens Zimmermann MdB, Bürgermeisterin Christel Sprößler, AWO-Generalbevollmächtigter Torsten Hammann und Helmut Kaufmann (stellv. Vorsitzender AWO Darmstadt-Dieburg). (Foto: Swen Klingelhöfer)
 
In Roßdorf haben sich Bürgermeisterin Christel Sprößler (SPD), Bundestagsabgeordneter Dr. Jens Zimmermann (SPD), sowie der Generalbevollmächtigte der AWO Hessen-Süd, Torsten Hammann, zu einem Austausch getroffen. In der AWO Seniorenwohnanlage in der Holzgasse ging es dabei um zwei wesentliche Themen: eine Erweiterung der AWO-Angebote am Standort Roßdorf und das Pflegeberufsgesetz, das gerade im Bundestag beraten wird.
 
Aus Seniorenwohnanlage soll Sozialzentrum werden
Wie Hammann betonte, ist es das Ziel der AWO, eine Anlaufstelle für alle Generationen unter einem Dach anzubieten. Bei diesen neuen Angeboten soll es sich um Wohngruppen und Pflegewohnen handeln, aber auch um Angebote für die jüngere Generation. Aus der Seniorenwohnanlage solle so in den nächsten Jahren ein Sozialzentrum werden, wie Hammann erklärt: „Wir führen die gesellschaftlichen Bedarfe an einem Standort zusammen“. Daher will die AWO in Roßdorf ihr Angebot in den nächsten Jahren erweitern.
Der Platz hierfür sei vorhanden, versicherte Roßdorfs Bürgermeisterin Christel Sprößler. Roßdorf entwickle gerade das Gebiet hinter dem AWO-Gelände. Dazu passe die Idee der AWO, neue Angebote zu schaffen.
Die AWO werde jetzt in die Planung einsteigen und weitere Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort führen.
 
AWO will Nachbesserungen bei Ausbildungs-Gesetz
Ein anderes Zukunftsthema, zu dem Bundestagsabgeordneter Dr. Jens Zimmermann gekommen war, ist die Frage der Fachkräfteausbildung. Im Bereich der Pflegefachkräfte werde es immer schwieriger, gutausgebildete Beschäftigte zu finden, beklagen die AWO-Verantwortlichen. Daher passe es gut, dass der Bundesgesetzgeber, der über die Grundzüge der Ausbildung entscheidet, derzeit über eine Reform berät. Die AWO Hessen-Süd sieht die Vorschläge dieser Reform jedoch kritisch. Mit dem Pflegeberufsgesetz soll ein neuer Pflegeberuf entstehen, der die bisherigen Ausbildungszweige der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege ersetzt. Am Ende der dreijährigen Ausbildung steht dann statt eines Spezialisten ein Generalist, der in allen drei Bereichen einsetzbar sein soll. Die AWO fordert in diesem Zusammenhang, dass geriatrische und gerontologische Kompetenzen wichtiger Bestandteil der künftigen Ausbildung sein sollen. Dazu sollen sie als Ausbildungsziele aufgenommen und ausreichend im theoretischen und praktischen Unterricht vermittelt werden. „Die Altenpflege erfordert viel Fachwissen und das muss weiterhin in der Ausbildung vermittelt werden“, forderte die AWO-Fachbereichsleiterin für den Bereich Senioren, Saadet Sen in diesem Zusammenhang. Ein weiterer Kritikpunkt der AWO ist die unterschiedliche Bezahlung zwischen Kranken- und Altenpflegern. Stark machen will sich die AWO auch dafür, dass die Ausbildung zum überwiegenden Teil beim Träger stattfinden soll, was der bisherige Gesetzesentwurf nur unzureichend vorsieht.
Bundestagsabgeordneter Dr. Zimmermann nahm die Sorgen ernst und bestätigte, dass diese bereits Eingang in die Beratung der SPD-Bundestagsfraktion gefunden hätten. Änderungsmöglichkeiten gäbe es in der noch ausstehenden 2. und 3. Lesung im Deutschen Bundestag. Wichtig sei bei der Reform auch, dass unnötige Hürden bei der Ausbildung abgebaut würden. Nur so könnten mehr Interessierte die Ausbildung auch tatsächlich beginnen und erfolgreich abschließen.
 
AWO Seniorenwohnanlage seit 24 Jahren in Roßdorf
Die AWO Seniorenwohnanlage in Roßdorf umfasst derzeit 90 vollstationäre Plätze, sowie 12 betreute Wohnapartments. Das besondere Markenzeichen der AWO Seniorenwohnanlage Roßdorf ist die am Gemeinwesen orientierte Arbeit. Mit Ausstellungen, Ortsfesten auf dem AWO-Gelände, Projekten mit Vereinen und mit der Heimzeitung „AWO Herzblatt“ gibt es einen vielfältigen Austausch mit dem Umfeld und der Gemeinde Roßdorf.