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AWO feiert 100jähriges bestehen

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) feiert 100.Geburtstag

Jubiläumsparty am 05.April in Groß-Umstadt

Wer weiß eigentlich, was die „Arbeiterwohlfahrt“ ist? Ist das heute nicht ein ziemlich antiquierter Name?“, wurde Kreisvorsitzender Horst Baier mal wieder gefragt.

Darauf antwortete Horst Baier, tatsächlich hat man sich auch in der Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO, schon Gedanken darüber gemacht, ob man den Namen nicht modernisieren sollte. Man ist aber doch dabei geblieben, weil der Name historisch ist und über die Jahrzehnte zu einem Markennamen geworden ist. Dazu muss man wissen, dass die AWO inzwischen 100 Jahre alt ist. Sie wurde 1919, also kurz nach dem 1.Weltkrieg, von Marie Juchacz und weiteren sozialdemokratischen Frauen gegründet. Auf Basis der Werte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit – wie auch in der SPD – wollte man Solidarität zeigen, um der notleidenden Bevölkerung, insbesondere der Arbeiterschaft, Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Also kümmerte man sich um Kinder und Jugendliche, die teilweise entwurzelt waren, gründete Suppenküchen, um dem Hunger zu begegnen und richtete Nähstuben ein.

Inzwischen hat sich die Gesellschaft und auch die AWO natürlich verändert. Aber immer noch arbeitet die AWO mit ehrenamtlichem Engagement und andererseits mit professionellen Dienstleistungen für eine sozial gerechte Gesellschaft. Die AWO ist aktuell einer der größten Wohlfahrtsverbände mit etwa 335.000 Mitgliedern, der sich, wie in solchen Organisationen üblich, in Landes- bzw. Bezirksverbände, Kreisverbände und die Ortsvereine in den Kommunen gliedert. Hier wird viel ehrenamtliche soziale Arbeit geleistet.

Während der Nazi-Herrschaft war die AWO verboten, wurde aber in vielen Kreisgemeinden, so auch in Groß-Umstadt, schon bald nach dem 2.Weltkrieg wieder gegründet. Viele Ortsvereine können daher inzwischen auf ein 70-jähriges Bestehen zurückblicken. Käthe Siegler war viele Jahre Vorsitzende des AWO Ortsvereins Groß-Umstadt. Nach ihrem Tode 1979 gab es keine Aktivitäten seitens der AWO mehr. Erst 2009 fanden sich wieder zahlreiche Groß-Umstädter zur Wiedergründung des AWO Ortsvereins. Anfang Februar 2009 trafen sich im Clubraum der Stadthalle 17 Gründungsmitglieder und etliche Gäste, um den Ortsverein wieder aus der Taufe zu heben. Zum Vorsitzenden wurde dabei Horst Schneberger gewählt. Er hatte dieses Amt 8 Jahre inne, bevor er es vor 2 Jahren an Helmut Kaufmann weitergab.

Ein weiteres kleines Jubiläum können die AWO Disharmoniker feiern. Dieser AWO Chor gründete sich vor 5 Jahren unter der Leitung von Günter Christ, um ein Liedgut zu pflegen, das in Vergessenheit zu geraten droht. Sie singen politische Lieder, die von Arbeit, Liebe und Utopien, von Jugend und Alter, von Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität handeln.

Das alles soll in diesem Jahr gebührend gefeiert werden.

Jubiläumsparty am 05.April in Groß-Umstadt

Der AWO Kreisverband Darmstadt-Dieburg plant gemeinsam mit dem AWO Ortsverein Groß-Umstadt ein Jubiläumsfest am Freitag, 05.April im ‚Portugiesischen Club‘ Groß-Umstadt (Clube Operario Portugues SV e.V.- COP). Der offizielle Teil beginnt um 18:30 Uhr mit einem Sektempfang und Ansprachen. Er wird musikalisch umrahmt von den AWO Disharmonikern.

Danach werden „Die zwei Tontäubchen“ bis in den späten Abend für musikalische Unterhaltung sorgen. Die Bevölkerung ist schon jetzt herzlich eingeladen. „Die zwei Tontäubchen“ aus Michelstadt, Saxophonistin Anke Rible und Sängerin Michaela Tischler, sind im besten Sinne des Wortes außergewöhnlich. Sie begeistern mit ihrem Musik-Duo überall dort, wo kurzweilige Showeinlagen oder auch abendfüllende musikalische Unterhaltung gewünscht wird.

Die Veranstaltung ist öffentlich; Eintritt wird nicht erhoben.