AWO family gGmbH

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Großes Interesse am AWO Vortrag über Demenz

Der AWO Ortsverein Groß-Umstadt hatte zu einem Vortrag zu dem Thema Demenz im Seniorenheim ,Haus Weinbergblick‘ in Groß-Umstadt mit dem Titel "Warum legt Oma ihre Brille in den Kühlschrank?" eingeladen und war sichtlich überrascht über das große Interesse. Etwa 70 interessierte Besucher füllten die Cafeteria des Hauses.

AWO-Vorsitzender Helmut Kaufmann begrüßte die Gäste und wies darauf hin, dass die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Deutschland dieses Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert. Gemeinsam mit dem AWO Kreisverband Darmstadt-Dieburg plane man am 05.April eine große Jubiläumsparty im ‚Portugiesischen Club (COP). „Dabei sollen nicht nur Festreden gehalten werden“, so Kaufmann, „wir haben dazu ‚Die zwei Tontäubchen‘ aus Michelstadt eingeladen, die bis in den späten Abend für musikalische Unterhaltung sorgen werden“.

Kaufmann begrüßte dann als Referenten Günter Christ, ehrenamtlicher Seniorenbeauftragter des Landkreises Darmstadt-Dieburg und Seniorenbeauftragter des AWO Kreisverbandes Darmstadt-Dieburg. Christ verstand es, einfühlsam das Thema Demenz aus der sogenannten Angst-Zone herauszuholen und mit einigen netten, zum Teil auch humoristischen, aber auch nachdenklichen Beispielen zu besprechen.

Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, erhöht sich mit zunehmendem Alter. Von Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz sind derzeit rund 1,7 Millionen Männer und Frauen in Deutschland betroffen.

Auch wenn der Begriff der Demenz inzwischen in der Öffentlichkeit durchaus präsent ist, sind Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen immer noch mit verschiedenen Formen der Stigmatisierung konfrontiert. Die Stigmatisierung Demenzerkrankter ist oft mit Leid, Vernachlässigung und frühzeitigem Verlust der Selbständigkeit verknüpft. Ein verbreitetes Vorurteil besteht zum Beispiel darin, dass Menschen mit Demenz keine Lebensqualität erfahren, keine Freude empfinden und keine Bedeutung für andere mehr haben könnten“, so Christ.Wer Alzheimer hat, gilt schnell als verrückt, fühlt sich ausgegrenzt und alleingelassen. Darunter leiden auch die Familien. Dabei können und wollen Betroffene oft noch Jahre nach der Diagnose am öffentlichen Leben teilnehmen. Die Gesellschaft sollte sie dabei unterstützen. Angehörige und professionelle Helferinnen und Helfer, aber auch Freunde, der Nachbar, die Verkäuferin im Supermarkt, der Busfahrer und Mitarbeiterinnen von Behörden können dazu beitragen, die Situation von Demenzkranken zu verbessern.

Günter Christ äußerte den Wunsch, man möge in der Familie und mit Freunden darüber reden. Auch darüber, was man sich selbst im Alter wünsche, wenn man Hilfe und Unterstützung brauche, sei es auskörperlichen oder geistigen Gründen. Nicht immer könne man es Familienangehörigen zumuten, die benötigte Unterstützung und Pflege zu leisten.