AWO family gGmbH

Sozialer Auslandseinsatz

AWO unterstützt 2 junge Mühltalerinnen bei ihrem sozialen Auslandseinsatz

 

Zwei junge Damen aus Mühltal hatten die Absicht, gleich nach ihrem Abitur über die Organisation „Weltwärts“ zu einem sozialen Einsatz ins Ausland zu fahren.

Lynne Beal aus Nieder-Ramstadt wollte in Peru an einem Projekt in einer Schule mitarbeiten.

Milena Schwotzer aus Waschenbach hatte sich für die Mitarbeit in einem ökologischen Landwirtschaftsprojekt in Südafrika entschieden.

Da diese Auslandsaufenthalte zu je einem Viertel von Lynne und Milena selbst zu finanzieren waren, begaben sich die beiden auf die Suche nach Spendern.

Die AWO Mühltal unterstützte jede der beiden jungen Damen mit 300 Euro.

Die Pläne konnten in die Tat umgesetzt werden. Lynne und Milena befinden sich seit September 2019 im Ausland und helfen in ihren vorgesehenen Projekten.

Lynne hält Kontakt mit der AWO und hat bereits 2 umfangreiche Berichte über ihren Einsatz geschickt.

Lynne hatte außer ihren 2 Vorbereitungsseminaren nach dem über 14-stündigen Flug von Madrid nach Lima noch ein Ankunftsseminar vor Ort. In ihrem neuen Zuhause, Villa El Salvador, wurde sie dann herzlich von ihrer Gastfamilie wie eine zweite Tochter aufgenommen. Der schier undurchdringliche Verkehr und die neugierigen Blicke auf der Straße wegen ihres europäischen Erscheinungsbildes waren für Lynne gewöhnungsbedürftig. Auch die fremde Sprache zu verstehen, war zuerst nicht ganz einfach.

Lynne unterrichtete gemeinsam mit 2 weiteren Freiwilligen, Jakob und Gereon, Kinder im Alter von 8 bis 17 Jahren. Lynne übernahm dabei die Unterrichtseinheiten in Englisch, Deutsch, Politik/Debattieren, Theater, Chor und im Schulgarten. Diesen Unterricht (Tallers) besuchten die Schüler/innen der staatlichen Schule neben ihrem halbtägigen Pflichtprogramm. Die Freiwilligen-Lehrkräfte mussten ihren gesamten Unterricht einschließlich Gruppeneinteilung absprechen und selbst organisieren. Im Schulgarten-Projekt konnte Lynne bei den Kindern fehlende Naturkenntnisse ergänzen und außerdem das Müllproblem angehen, indem z.B. leere Plastikflaschen mit Erdbeeren bepflanzt wurden.

Auch in ihrer Freizeit konnte Lynne bisher schon viele neue Erfahrungen sammeln.

Sie lernte das umwerfende Angebot an Obst und Gemüse kennen und kochte gemeinsam mit ihrer Familie. Sie spielte Volleyball und übte, peruanischen Walzer zu tanzen. Sie unternahm auch mit den anderen Freiwilligen Ausflüge zu bekannten Sehenswürdigkeiten, z.B. in die Paradies-Berge oder zu den Ruinen des Urvolks der Chimu, was oft mit stundenlangen Busfahrten verbunden war.

Vor Weihnachten endete das peruanische Schuljahr; Lynne musste Zeugnisse für ihre Schüler schreiben. Es gab eine Schulfeier mit von Schülern in Trachten vorgeführten traditionellen Tänzen und einen Abschlussball.

Lynne erlebte das peruanische Weihnachtsfest mit viel lautem Kitsch und Geschenke-Hype, aber auch mit Familienessen, selbst gebastelten Geschenken und am Abend Feuerwerk wie bei uns an Silvester. Kurz vor Neujahr bekam Lynne Familienbesuch aus ihrer Heimat und konnte so in einer Mischung aus 2 Kulturen in das neue Jahrzehnt hinein feiern – mit Feuerwerk am Meer.

Am 6.1. begannen dann die „nützlichen Ferien“, bei denen sich Schüler für kleines Geld in Kurse einschreiben konnten. Lynne hielt Kurse in Yoga, Deutsch, Wandmalerei und internationalem Backen.

Mit „Sommerwetter“ konnte Lynne in ihrer Freizeit surfen gehen, lernte aber auch bei Jakob, auf einer Gitarre zu spielen. Das dauernde „in-der Öffentlichkeit-stehen“ empfand Lynne als mental belastend.

Im Januar konnte Lynne mit ihrem Vater und Andrea bzw. später mit ihrer Mutter auch Cuzco und Machu Picchu und den Titicaca-See besuchen. Die Foto-Kultur in Peru war gewöhnungsbedürftig, aber die Lebensfreude sehr ansteckend.

Bei einem Zwischenseminar wollte Lynne ihre Mitfreiwilligen dann wieder treffen.

Lynne Beal hat bisher in Peru sehr viele neue Freunde und eine unbezahlbare Menge an Lebenserfahrung gewonnen.

Jutta Hentze

 

Bild 1 (L. Beal): Lynne und Jakob mit ihrer Theatergruppe

Bild 2 (L. Beal) Lynne und Jakob beim Deutschunterricht